von Markus Winand.

Über-Indizierung


Wenn man sich das erste Mal mit Funktions-basierten Indizes beschäftigt, ist die Versuchung groß, alles Mögliche zu indizieren. Dabei kann es aber leicht passieren, dass man redundante Indizes anlegt.

Um die Groß- und Kleinschreibung zu ignorieren, könnte man statt der oben benutzten UPPER-Funktion auch die LOWER-Funktion verwenden:

SELECT first_name, last_name, phone_number
  FROM employees
 WHERE LOWER(last_name) = LOWER('winand')

Ein einzelner Index reicht dann nicht aus, beide Abfrage-Varianten abzudecken. Natürlich könnte man einen zweiten Index auf LOWER(last_name) anlegen. Das bedeutet aber, dass die Datenbank bei jeder insert-, update- oder delete-Anweisung beide Indizes aktualisieren muss (siehe Kapitel 8, „Schreiboperationen). Damit ein Index genügt, ist es also besser, immer dieselbe Funktion zu verwenden.

Tipp

Vereinheitliche die Zugriffswege, damit ein Index von mehreren Abfragen genutzt werden kann.

Warnung

UPPER und LOWER werden von ORM-Tools manchmal ohne Wissen der Entwickler verwendet. Hibernate verwendet zum Beispiel die LOWER-Funktion, um Case-insensitive Suchen umzusetzen.

Tipp

Versuche immer die Original-Daten zu indizieren. Das ist meist die nützlichste Information, die man in den Index aufnehmen kann.

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Über den Autor

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Markus Winand lehrt effizientes SQL – inhouse und online. Er minimiert die Entwicklungszeit durch modernes SQL und optimiert die Laufzeit durch schlaue Indizierung – dazu hat er auch das Buch SQL Performance Explained veröffentlicht.

„Use The Index, Luke!“ von Markus Winand ist unter einer Creative Commons Attribution-Noncommercial-No Derivative Works 3.0 Unported License lizenziert.
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